PREMIERE Nov 2017

DERNIÈRE Jul 2019

WANDEL DER ZEITEN

Von Mensch und Weltenwerden im Wendepunkt

Im Mittelpunkt dieses Eurythmie-Programmes steht Fürchtet euch nicht von Marie Luise Kaschnitz, ein langes Gedicht, welches sich durch das ganze Programm zieht. Das Gedicht greift die Thematik der Zerstörungskräfte des Menschen auf und stellt dem gegenüber die kulturschaffenden Kräfte im Menschen. Im heute brennenden Weltgeschehen kann sich ein jeder die Frage nach einer würdigen Menschheitszukunft stellen. In diesem Sinne ist dieses Gedicht aus den 1950er Jahren heute noch höchst aktuell. Die musikalischen Werke von Béla Bartók, Franz Liszt, György Ligeti und Siegfrieds Trauermarsch aus Richard Wagners Götterdämmerung tragen zur Vertiefung der entstehenden Stimmungsbilder bei. 

Dauer: Ca. 60 Min. / Alter: Oberstufe, Erwachsene

Text Ausschnitte aus dem Gedicht Fürchtet euch nicht

von Marie Luise Kaschnitz 


"Zu fragen gingen wir aus. An der Schwelle der

kommenden Tage

Trat uns entgegen der Mensch. Und er war nicht der

Sanfte, Gerechte,

Und es blühte ihm nicht auf den Lippen das Lächeln der

Weisen,

Und er weinte nach Heimat und ließ sich die Heimat

entgleiten,

Und er weinte nach Liebe und riss sich die Glut aus dem

Herzen

Und dennoch, wie schön war sein Antlitz, wie

morgendlich leuchtend

Im Strahl der Verheißung, das alte, von Leiden zerfurcht"

...

"Und Täuschung nur wäre und Trugbild das Bauwerk des

Friedens,

Errichtet aus Seelen der Menschen, aus singenden

Steinen,

Von Sehnsucht getrieben, emporwachsend

wolkenentgegen,

Von ewiger Schönheit verklärt?"


...

"Aber hören wir denn, wie der Baum sich entfaltet, der

junge?

Hören wir denn, wie die Liebe sich auftut im Herzen,

Wie ein Werk sich entfaltet und wächst in des

Schaffenden Brust?"


"Vom Kommenden hör ich sie flüstern, die ewige

Stimme.

Nicht von Maschinen spricht sie,

Nicht von Vermehrung der Ernten,

Nicht von gewonnenem Schiffsraum...

Zusammenklang, sagt sie..."

©2019 Novalis Eurythmie Ensemble  All rights reserved